Die gemeinschaftliche Sorgekultur braucht die Beteiligung von vielen

Das Zauberwort einer gemeinschaftlichen Sorgekultur heisst Vernetzung. Mit einem gut funktionierenden lokalen Netzwerk in welches verschiedene Gruppen (professionelle Dienstleister des Sozial- und Gesundheitssystem, Nachbarschaften, Organisationen wie Vereine, Kirchen sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger, etc. ) eingebunden sind, können Sorgeaufgaben fair verteilt und solidarisch übernommen werden.  Hierzu braucht es jedoch eine entsprechende Netzwerkkultur.

 

Für die Entwicklung einer guten Netzwerkkultur werden die Prinzipien benötigt, die ein Netzwerk als besondere Kooperationsform auszeichnen und für das Wesen eines Netzwerkes unverzichtbar sind. Dies sind die Basisprinzipien der Netzwerkarbeit:

  • die Gemeinschaft von Gleichberechtigten
  • die Bereitschaft zu teilen und auszubalancieren
  • die Gegenseitigkeit und der gemeinsame Mehrwert
  • Kooperation statt Konkurrenz
  • Organisationsflexibilität
  • Intrapreneurschaft, d.h. Unternehmertum eines jeden Mitgliedes für die Netzwerkentwicklung (Teller und Longmuss 2007, S. 99)

 

Gemeinschaftlich handeln und denken, im Sinne der gesamten Kooperation, ist eine Voraussetzung damit ein Netzwerk funktioniert. In einer guten Netzwerkkultur können entsprechende förderliche Kooperationsqualitäten aufgebaut werden. Dazu gehören z.B. die Identifikation mit dem Netzwerk durch gemeinsame Sinn- und Zielfindung, die Lernbereitschaft durch Fehlerfreudigkeit und Kritikfähigkeit, die Konstruktivität mittels streben nach Konsens sowie die Transparenz und Authentizität aller Netzwerkpartner (Teller und Longmuss 2007, S. 98).

 

Für den Aufbau einer gemeinschaftlichen Sorgekultur, braucht es die Beteiligung verschiedener Sektoren. Dazu gehören:

  • eine Sorge fördernde Gesamtpolitik, durch den Staat, die Kantone, Verwaltung, etc. Dabei spielt die Finanzierung und die zur Verfügung gestellten Ressourcen eine wesentliche Rolle,
  • dann braucht es die Beteiligung von Unternehmen und Betrieben, z.B. Organisationen des Gesundheits- und Sozialsystems,
  • den sogenannten informellen Sektor, die Bürgerinnen und Bürger, die Familie, die Nachbarschaft, Freiwillige, etc.
  • Organisationen ausserhalb des Sozial- und Gesundheitssystems (Vereine, Schulen, Unternehmen, Kirchen, Museen etc.

 

Der Aufbau solcher Netzwerke ist eine Gestaltungsaufgabe die angeleitet und moderiert werden muss. Es braucht Personen welche «den roten Faden» in der Hand halten und auch in der Lage sind mit auftretenden Konflikten umzugehen.

 

Literatur

Teller, M.; Longmuss, J. (2007): Netzwerkmoderation. Netzwerke zum Erfolg führen. Augsburg: Ziel - Zentrum für interdisziplinäres erfahrungsorientiertes Lernen GmbH.

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