Ausgangslage und Projektidee

Ausgehend von den positiven Erfahrungen, wie sich viele Tischgemeinschaften (Tavolatas) zu kleinen tragenden sozialen Netzwerken entwickelt haben, möchte die Abteilung Soziales des Migros Kultur Prozents (MKP) das Potential des «Caring Community»-Ansatzes weiter verfolgen. Tavolatas sind lokale Netzwerke, welche wesentliche Aspekte von «sorgenden Gemeinschaften» beinhalten, jedoch nicht mit der Absicht gegründet wurden, den Mangel an Fachkräften im Pflegebereich oder die Versorgungslücke zwischen zunehmendem Pflegebedarf und abnehmendem familiärem Pflegepotential zu schliessen. Trotzdem tragen sie zur sozialen Teilhabe bei und leisten damit einen Beitrag die Gesundheit und Lebensqualität älterer Menschen zu erhalten bzw. die Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit zu reduzieren oder zumindest hinauszuschieben. 

 

Die Mitglieder einer Tavolata treffen sich, weil sie gerne gemeinsam essen. Doch sie haben sich auch zu organisieren gelernt. Insbesondere haben sie eine für die Gruppe passende Organisationsform entwickelt, wer welchen Beitrag bei der Mahlzeitenzubereitung leistet, damit «Geben und Nehmen» für alle ausgeglichen ist. Optimal für den Gruppenzusammenhalt ist es, wenn alle möglichst ihre Stärken einbringen können. 

 

In den letzten Jahren hat das Thema Caring Communities (CC) vielseitiges Interesse geweckt, und es sind zukunftsweisende Ansätze und Modelle in der Literatur diskutiert und in Pilotprojekten ausprobiert worden. Aus pragmatischen Gründen möchten wir uns bei der Literaturrecherche auf Modelle und Projekte aus dem deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und bei der Projektentwicklung den Pflegebereich ausschliessen, was nicht das ein Angebot für pflegende bzw. betreuende Angehörige entwickelt werden könnte. 

 

Für die Abteilung Soziales sind vor allem jene Ansätze und Modelle interessant, welche mit der neu entwickelten Strategie übereinstimmen. Insbesondere die soziale und kulturelle Teilhabe, Selbstorganisation und Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts sind wichtige Orientierungspunkte. Dies impliziert, den niederschwelligen Zugang als Schlüsselkriterium zu berücksichtigen. 

 

Fragestellungen 

  1. Welche niedrigschwelligen auf Selbstorganisation und Empowerment angelegte Modell- und Pilotprojekte von CC bestehen im deutschsprachigen Raum (D/A/CH)? Welche methodischen Ansätze werden umgesetzt und welche Ansätze gelten unter welchen Rahmenbedingungen als «Good practices»?
  2. Welche Tätigkeiten/Lebensbereiche sind besonders geeignet, Menschen für niedrigschwellige CC zu mobilisieren? Analog zum bereits erprobten Modell von Tavolata bzw. nach dem Ansatz von Empowerment und Selbstorganisation.
  3. Haben spezifische Bevölkerungsgruppen einen besonderen Bedarf, eine spezifische Affinität für CC (Pflegebereich ausgenommen, jedoch nicht betreuende Angehörige)?
  4. Welche innovativen Projektideen lassen sich aufgrund der Analyseergebnisse zu den Fragestellungen 1-3 für die Abteilung Soziales identifizieren?

Geplantes Vorgehen 

  • Recherche zu den Fragestellungen sowie zu bestehenden Modellen und Projekten im umschriebenen Bereichen (Kapitel 2).
  • Tagung oder Workshop, zentrale Ergebnisse der Recherche und besonders interessante Projekte werden vorgestellt und diskutiert (Kapitel 3).
  • Migros Kulturprozent, Abteilung Soziales Bericht vom 3. Juli 2017 Arbeitsdokument Caring Communities (Seite 4)
  • Aufgrund der Ergebnisse entwickelt die Abteilung Soziales, Fachbereich Gesundheit, evtl. in Kooperation mit geeigneten Partnerorganisationen, ein eigenes Projekt.

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Migros Kultur Prozent, Abteilung Soziales
01_GRUNDLAGEN_170703_MGB_CareCommunity_A
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